Hi!
Nachdem ich etwas mehr als 3 Jahre Besitzer einees XPS M1330 war, habe ich mir nun einen Latitude E6420 zugelegt. Der M1330 hat dann doch in letzter Zeit immer mehr Macken entwickelt und entsprach auch generell nicht mehr meinen Leistunsganforderungen. Er war im Großen und Ganzen ein guter Computer, aber der NVidia-Bug war ein großes Ärgernis. Das ist zwar nicht Dell anzulasten, und der Service durch Dell war wirklich großartig, aber er trübte doch den Spaß am Gerät (4x muste das Mainboard ausgetauscht werden). Ich weiß, dass der Vergleich beider Computer hinkt. Auf der einen Seite ein viel preiswerterer Multimedia-Computer (der über 3 Jahre alt ist), dort ein (hochkonfigurierter) Bürorechner. Aber bei mir folgte nun einmal letzterer auf den M1330, weshalb das für mich der Ansatzpunkt ist.
Nun also ein Latitude. Der Computer ist wesentlich größer und weniger "spacig" im Design, aber immer noch sehr transportabel (für einen vollwertigen, sehr leistungsfähigen Computer). Die geringe Auflösung des Display des M1330 (1280x800) hat mich immer gestört - 1600x900 Pixel fühlen sich da wirklich viel besser an. Hinzu kommt, dass dieses ebenfalls LED-beleuchtete Display wesentlich heller ist. Das und die Tatsache, dass es entspiegelt ist, machen es sehr lesbar auch im Freien und bei Sonnenschein. Leider war die Farbdarstellung beim M1330 merklich besser.
In einem Test las ich vorher, dass die Lautsprecher des E6420 leise und schlecht sein sollen. Das mag eventuell auch so sein, aber sie sind besser und lauter als jene im M1330 und somit auch ein Pluspunkt für mich. Goldig ist auch die Lautstärkeregellung über richtige Tasten rechts vom Keyboard. Ich kann meiner Verärgerung über diese albernen kapazitiven (eventuell ein anderes Prinzip, aber ihr wisst, was ich meine) Multimediatasten des M1330 kaum genug Ausdruck verleihen. Die waren ein typischer Fall von "Lasst uns das mal machem, ist irgendwie modern und cool", ohne darüber nachzudenken, ob das haptisch und ergonomisch irgendwelchen Sinn ergibt. Ein großer Pluspunkt für den Latitude demzufolge. Die restlichen globalen Multimediafunktionen sind auf der normalen Tastatur untergebracht, was völlig in Ordnung geht. Apropos Tastatur - diese ist nun hintergrundbeleuchtet, was wirklich sinnvoll ist. Ein Sensor für das Umgebungslicht, der die Helligkeit selbst justiert, wäre noch besser gewesen. Aber auch die manuelle Einstellung über 5 Helligkeitsstufen ist in Ordnung. Die Tastaturbeleuchtung scheint sich auch nicht merklich auf die Akku-Laufzeit auszuwirken. Letztere ist im Übrigen sehr gut derzeit. Ich komme mit normaler Arbeit (Email, Office) auf über 6 Stunden im "Energiesparmodus". Aber ich will an dieser Stelle nicht zu laut jubeln, denn die Akkuzeit des M1330 hat mich zu Beginn auch begeistert und ging dann aber sehr schnell in den Keller. Hier wird also nur die Zeit zeigen, wie gut der Akku langfristig ist.
Das größte Highlight ist natürlich die SSD. Sicherlich könnte man über eine normale HDD bis zu 1TB an Kapazität erreichen, wogegen die 256GB meiner SDD eher kümmerlich wirken, aber im Vergleich zu der 200GB HDD meines vorherigen Computers ist es doch ein leichter Kapazitätssprung. Und dann natürlich die Performance - diese ist spektakulär. Mich hat schon das bloße Schreib- und Lesegeräusch der HDD immer genervt - dem Computer beim Ächzen und Schwitzen quasi zuhören zu dürfen, empfand ich immer als sehr störend. Nun also eine völlig geräuschlose "Festplatte", die gefühlt dreimal so schnell ist wie die 7.200rpm Hitachi-HDD meines M1330. Sowohl von der Produktivität her als auch psychologisch aufgrund des nicht mehr existierenden Geräusch-Nervfaktors war die Entscheidung pro SSD richtig. Ich zitiere Ferris Bueller: "If you have the means, I highly recommend picking one up." ![]()
Der Latitude hat im Gegensatz zum M1330 4 USB-Anschlüsse, was enorm praktisch ist. Ich habe die 2 Anschlüsse des M1330 immer als zu wenig empfunden. Dank der 4 Anschlüsse des E6420 und der zusätzlichen Anschlüsse des Docks, welches ich mir ebenfalls geholt habe, wurde mein USB-Hub sogleich entsorgt. Hinzu kommt ein moderner eSATA-Anschluss am Laptop, der aber eher ein Ärgernis ist. Denn statt ihm hätte DELL eher auf USB3.0 setzen sollen. Ich wollte mir eine externe eSATA-Festplatte kaufen, um auch hier leistungstechnisch ein neues Kapitel aufzuschlagen. Der Markt hierfür ist, im Gegensatz zu USB3.0-Platten, extrem klein. Die gekaufte Verbatim Store'n'go 1TB HDD stellte sich als Mogelpackung heraus, da sie mit (bei mobilen Platten meiner Meinung nach stets) ausgeschaltetem Write Cache per eSATA auf geschmacklose 10MB/s (!!!) kam. Selbst die mit eingeschaltetem Cache erreichten 45MB/s waren nicht befriedigend. Somit arbeite ich derzeit immer noch mit meiner 640GB Lacie Rikiki mit USB2.0-Anschluss, was okay ist, aber eigentlich der Vergangenheit angehören sollte. Ich übe mich in Geduld und hoffe, dass vielleicht noch ein oder zwei andere Hersteller 1TB eSATA-Platten herausbringen.
So, das alles war wenig strukturiert, aber für den einen oder anderen hoffentlich etwas informativ. Wenn ihr noch Fragen zum Gerät habt, will ich sie gern beantworten.
Schönen Sonntag!